Feyza

SCAD - 6 Wochen nach der Geburt meiner Tochter

Es war ein ganz normaler Tag zu Hause mit meinen Kindern, einem dreijährigen Sohn und einer Neugeborenen, sechs Wochen alt. Nichts deutete darauf hin, dass sich mein Leben in wenigen Minuten komplett verändern würde. Ich war gerade einmal sechs Wochen nach der Geburt meiner Tochter, mitten im neuen Alltag als Mama – müde, glücklich, manchmal überfordert, aber dankbar.

Der erste Schmerz und der Notruf

Dann kam dieser Schmerz, dieses Druckgefühl.

Plötzlich, unerwartet, heftig. Er zog durch meine Brust, und ich wusste sofort: Das ist kein normaler Schmerz. Ich konnte nicht einordnen, was mit mir geschah – war es Kreislauf, Stress, eine Panikattacke oder vielleicht etwas mit den Muskeln? Doch tief in mir spürte ich, dass es ernst war.

Zuerst rief ich meinen Mann an, damit er so schnell wie möglich nach Hause kommen konnte, um sich um die Kinder zu kümmern. Dann wählte ich selbst den Notruf.

Diagnose und Behandlung im Krankenhaus

Als der Notarzt kam, wirkte ich wohl zu jung, zu gesund – gerade einmal 32 Jahre alt, frisch entbunden, ohne bekannte Herzprobleme. Er lächelte leicht und sagte sinngemäß, dass Herzprobleme in meinem Alter selten seien. Doch dann machte er ein EKG – und seine Haltung änderte sich sofort. Etwas stimmte nicht. Plötzlich wurde alles ernst.

Ich wurde in den Rettungswagen gebracht und ins Krankenhaus gefahren. Dort nahmen sie mir Blut ab, um meinen Troponin-Wert zu messen – ein Eiweiß, das im Blut ansteigt, wenn Herzmuskelzellen verletzt werden.

Der Wert war viel zu hoch. Zuerst wurde gesagt, dass es vermutlich eine Herzmuskelentzündung sei, und ich musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. An diesem Abend jedoch trat wieder der gleiche Schmerz auf. Zuerst Ultraschall vom Herzen, dann erneut ein EKG.

Von da an ging alles sehr schnell: Es wurde eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Das war der Moment, in dem sie herausfanden, dass es sich um eine SCAD – eine Spontane Koronararteriendissektion – handelte. Mir wurden zwei Stents eingesetzt. Ich lag über eine Stunde im Herzkatheterraum und wusste nicht, was los war. Erst als die Ärztin fertig war, sagte Sie mir, dass ich einen Herzinfarkt gehabt hatte. Warum das passiert ist, konnte man mir nicht erklären, es passiert so selten, hieß es. In meinem Fall vermutete man Stress und die Belastung der Geburt.

Die Zeit auf der Intensivstation

Danach verbrachte ich eine Woche auf der Intensivstation. Alles war surreal – ich fühlte mich, als würde ich das Leben einer anderen Person beobachten. Ich konnte nicht begreifen, was passiert war. Noch am Vortag hatte ich meine Tochter im Arm gehalten, gestillt, gelacht – und jetzt lag ich hier, an Monitore angeschlossen, voller Angst und mit tausend Fragen im Kopf. Das Stillen war von nun an aufgrund der vielen Tabletten verboten, was mich psychisch noch mehr belastete.

Therapie, Reha und psychische Belastung

Die folgenden Wochen waren geprägt von Unsicherheit, Angst und Erschöpfung. Ich musste Medikamente einnehmen, mich schonen und durfte mich körperlich kaum belasten. In dieser Zeit begann ich zu verstehen, dass nicht nur mein Herz, sondern auch mein Vertrauen in meinen Körper verletzt war. Unzählige Male bin ich zur Notaufnahme gefahren, weil ich Angst hatte, es könnte wieder etwas passieren. Der Troponin-Wert, der jedes Mal gemessen wurde, beruhigte mich und das habe ich gebraucht.

Die Reha, die ich später machte, war ein wichtiger Schritt zurück ins Leben. Dort lernte ich, meinen Körper wieder wahrzunehmen und ihm zu vertrauen. Auch eine psychologische Begleitung hat mir sehr geholfen, wieder in meinen Alltag zu finden. Die Selbsthilfegruppe war ebenfalls eine Bereicherung, und die Geschichten der anderen zu hören, machte mir Mut.

Das Leben nach dem Ereignis

Auch heute, lange nach dem Ereignis, ist die Angst noch da. Sie meldet sich leise, wenn mein Herz schneller schlägt oder ich mich überfordere. Aber ich schaue nach vorne und versuche, mich nicht von der Angst dominieren zu lassen.

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Ein ganz normaler Tag, aber plötzlich veränderte sich mein Leben.

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